E-Paper - 07. November 2019
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Lehrpersonen unterwegs im Mediendschungel

Lehrpersonen, Schulleiter und Behördenvertreter der Volksschulgemeinde Bischofszell befassten sich anlässlich einer eintägigen Weiterbildung mit den digitalen Trends in der Bildung, mit der Medienkompetenz und der praktischen Umsetzung neuer Medien im Unterricht.

Sitterdorf «Wir wollen uns heute mit der Medienkompetenz, der eigenen Nutzungskompetenz und dem praktischen Umgang mit dem iPad auseinandersetzen», begrüsste der pädagogische Leiter Pierre Joseph die 130 Lehrpersonen, Schulleiter und Behördenmitglieder am 1. November in der Aula Bruggfeld. Er machte die Anwesenden darauf aufmerksam, dass die Medienkompetenz im Lehrplan Thurgau enthalten ist und erklärte als Ziel den Workshops im zweiten Teil des Tages: «Die Beherrschung des iPads und dessen Anwendung im Unterricht».

Erdrückende Vielfalt von Angeboten

Medienpädagogin Bettina Wagner arbeitet als Mittelstufenlehrperson und konnte im Verlaufe ihrer umfassenden Ausführungen aus dem Vollen schöpfen. Sie präsentierte die Aussage von Chief Futurist Lars Thomsen: «Lass uns mit unseren Schülerinnen und Schülern neue Medienkompetenz aufbauen». Zudem erinnerte sie daran, dass Unbekanntes und Veränderungen schon immer Angst gemacht hätten und das lebenslange Lernen mehr denn je gefordert sei. Sie fragte sich, in welcher Welt die heutigen Kinder aufwachsen und verdeutlichte dies mit einem Quiz unter den Anwesenden. Dieses zeigte unter auderem auf, welches die beliebteste App ist bei Primarschülern, dass 88 Prozent der Schweizer Kinder mindestens einmal wöchentlich gamen und 50 Prozent aller Schweizer Haushalte im letzten Jahr ein Streaming-Abonnement besassen. «Fomo» bedeutet Angst etwas zu verpassen und die am häufigsten genutzten Hashtags sind über Marken, nämlich 41 Prozent. Erstaunen und Beunruhigung löste wohl die Information aus, dass 90 Prozent des Internets das Deep Web inklusive Darknet umfasst.

Zusammenspiel von drei Faktoren

Für Bettina Wagner ist medienkompetent, wer über das Wissen verfügt über Absichten, Funktion und Entstehung von Medien. «Es gilt die Medien gestalterisch, experimentell und kooperativ zu nutzen, die Beurteilung des eigenen Umgangs mit Medien zu reflektieren und ein ausgewogenes Freizeitverhalten zu pflegen», sagt sie. Wichtig ist für sie das Zusammenspiel von Medienwissen, -reflexion und -nutzung und die Medienbildung setzt sich für sie zusammen mit dem Lernen mit Medien, über die Medien und trotz den Medien. «Es geht nicht mehr um die Frage digitale Medien ja oder nein, sondern wie setzen wir die Medien ein», hält die Referentin fest. Sie erklärte ihren Zuhörerinnen und Zuhörern, dass die Digitalisierung das Leben, Lehren und Lernen verändert und Chancen und Gefahren in sich birgt. Ihr Fazit lautet: «Die Digitalisierung dürft ihr als Lehrperson nicht als Bedrohung sehen, sondern als Möglichkeit wahrnehmen, die eigenen Unterrichtsroutinen zu überdenken, das Wagnis einzugehen, unkonventionelle Formen auszuprobieren, zu experimentieren und den Schülern mehr Freiraum zu geben». Mit einem prall gefüllten Ideenrucksack gab sie den Lehrpersonen zahlreiche Möglichkeiten mit auf den Weg ins Schulzimmer und rät: «Die digitale Bildung soll nicht gegen die analoge ausgespielt, sondern beide Welten sinnvoll miteinander verbunden werden». Im weiteren Verlauf des Tages vertieften sich die Lehrpersonen-Teams im Rahmen von einzelnen Workshops in die verschiedensten Anwendungsbereiche mit Hilfe ihrer iPads und Laptops.

pd

Oberthurgauer Nachrichten vom Donnerstag, 7. November 2019, Seite 4 (6 Views)

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