E-Paper - 07. November 2019
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Einflussreiche Frauen im Fokus

Mehr als 150 Frauen aus der ganzen Schweiz nahmen an der nationalen Herbstkonferenz von BPW Business & Professional Women in Romanshorn teil. Das für die Bevölkerung geöffnete Nachmittagsprogramm mit viel Prominenz auf dem Podium interessierte schliesslich Frauen wie Männer.

Romanshorn Claudine Esseiva, Präsidentin von BPW Business & Professional Women Switzerland, hatte am Samstagmorgen in Romanshorn allen Grund zur Freude. Zum einen, weil der gastgebende BPW Club Oberthurgau den ankommenden Frauen aus der ganzen Schweiz am Bodensee einen äusserst herzlichen Empfang bot und unter der Führung von OK-Präsidentin Karin Berger Büter ein interessantes Programm mit einem hochkarätigen Podium unter dem Titel «Macherinnen in Wirtschaft und Politik» auf die Beine gestellt hatte. Zum anderen aber auch, weil bei den jüngsten Nationalen Wahlen der Frauenanteil im Parlament auf 42 Prozent gestiegen ist.

Romanshorn mit Vorreiterrolle

Besonders guten Nährboden für Frauen in der Politik scheint es im Thurgau und speziell auch in Romanshorn zu geben. So hielt Stadträtin Melanie Zellweger in ihrem Grusswort fest, dass sowohl die erste Thurgauer Kantonsrätin wie auch die erste Thurgauer Regierungsrätin aus Romanshorn kamen. Und Claudine Esseiva versprach als Präsidentin des nationalen Verbandes, der mit über 2500 Mitgliedern im europäischen Dachverband von BPW der grösste ist: «Wir werden uns weiterhin für mehr Frauen in der Politik engagieren».

«Frauen treffen eher schneller unbequeme Entscheide»

Einen Wermutstropfen gab es dann aber doch. Altbundesrätin Elisabeth Kopp musste ihre Teilnahme am Podium krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Die Zuhörenden im bis zum letzten Platz besetzten Saal in der Gastronomie Brüggli kamen gleichwohl auf ihre Rechnung. Mit einem kurzen Rollenspiel, in welchem Agnes Caduff und Erika Bleisch Imhof (Prismadonna) innerhalb eines Bewerbungsgesprächs die Lohnfrage ins Zentrum rückten, erhielten Regierungsrätin Carmen Haag, Unternehmerin Daniela Spuhler-Hoffmann sowie Moderatorin Mona Vetsch einen Steilpass. Wie sie solche und andere Situationen meistern, verrieten die drei einflussreichen Frauen im Gespräch mit der SRF-Moderatorin Annina Mathis und im Austausch mit dem sehr interessierten Publikum. Carmen Haag hat keine Mühe, sich aus dem Fenster hinauszulehnen. «In meiner Empfindung treffen Frauen eher schneller unbequeme Entscheide als Männer.» Es sei aber ganz wichtig, sich selbst zu bleiben. Für Daniela Spuhler-Hoffmann dürfen Männer anders sein als Frauen. In ihren beiden Bauunternehmen arbeiten vier Frauen und 140 Männer. «Ich würde sehr gerne mehr Frauen anstellen.» Mona Vetsch rät in Lösungen statt in Problemen zu denken. «Und wir sollten etwas mehr Risikobereitschaft haben.» Frauen für Fernsehauftritte wie beispielsweise für den «Club» zu finden, gestalte sich immer noch als schwierig. «Männer sagen schneller ja.» Beim abschliessenden Gala-Diner auf der MS Säntis im Romanshorner Hafen waren die BPW-Mitglieder schliesslich wieder unter sich und sich unisono einig: «Die nationale Herbstkonferenz 2019 in Romanshorn wird als eine der Besten in die Geschichte eingehen.»

pd

Oberthurgauer Nachrichten vom Donnerstag, 7. November 2019, Seite 4 (10 Views)

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